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Das Projekt der Errichtung einer Feuerwehrkaserne wurde um 1900 wieder aufgenommen, aber erst am 24. 4. 1903 die Ausführung beschlossen. Die feierliche Übergabe des Neubaues erfolgte am 13. 8. 1905. Die Kaserne wurde von einem Führer und 8 Wehrleuten bezogen, die ihren Beruf zu Hause ausüben konnten und dadurch tagsüber bei Ausbruch eines Brandes sofort verfügbar waren. 1905 wurden ferner für das neue Feuerwehrdepot ein Gerätewagen und sonstige für den ersten Löschangriff erforderliche Gerätschaften neu beschafft. Der erste Krankenwagen wurde in Dienst gestellt. Die Ausdehnung der Stadt nötigte weiter dazu, die Frage der Beförderung der Wachmannschaft bei Ausbruch eines Brandes näherzutreten. Deshalb wurde 1907 ein Dampfautomobilwagen für rund 20.000 Mk. angeschafft. Dieses Fahrzeug genügte jedoch in keiner Weise den Anforderungen und wurde 1910 durch einen elektromobilen Mannschaftswagen mit Gasspritze und zwei Wasserbehältern ersetzt, welcher Platz für 14 Mann mit dem erforderlichen Gerät hatte. Da das alte System der Feuermelde‑Anlage sich auch als mangelhaft herausstellte, wurde die völlige Neuanlage des Feuertelegraphennetzes beschlossen. Am 1. 4. 1912 wurde diese Anlage in Betrieb genommen. Die Zahl der öffentlichen Melde‑ und Alarmstellen wurde auf 54 erweitert. Inzwischen war auch die Zahl der Hydranten auf 1.000 angewachsen. Die gesamte freiwillige Feuerwehr des Stadtkreises Bonn zählte 1913 296 aktive Mitglieder, sie war in 12 Löschzüge eingeteilt. Jeder Löschzug hatte eine Steiger‑, Spritzen‑ und Wasserabteilung. Am 3. Juni 1913 wurde das 50Jährige Bestehen gefeiert. Dieses Fest erhielt äußerlich ein besonderes Gepräge dadurch, daß gleichzeitig der 22. ordentliche Feuerwehrtag des Feuerwehr-Verbandes der Rheinprovinz in Bonn abgehalten wurde. Die Löschzüge der Altstadt führten eine Schauübung vor, welche von dem zur Kritik berufenen Übungsausschuß des Verbandes als in jeder Beziehung gelungen und mustergültig bezeichnet wurde. An dem anschließenden Festzug beteiligten sich 8.063 Wehrleute, eine Zahl, die bisher auf keinem rheinischen Verbandstag erreicht wurde. Bei Ausbruch des Krieges 1914/18 zog eine Stille in unsere Feuerwehr ein. 198 Wehrmitglieder wurden einberufen. Sie tauschten ihren blauen Rock mit dem Feldgrau des Heeres und zogen hinaus an die Fronten in West und Ost. Trotz der vielen Einberufungen konnte die Wehr allen gestellten Anforderungen nachkommen, da sich genügend freiwillige Ersatzleute meldeten. Der Übungsbetrieb hatte unter den Einwirkungen des Krieges nur in geringem Umfang durchgeführt werden können. Die Sanitätsabteilungen wirkten bei dem Transport von Verwundeten vom Bahnhof zu den Lazaretten mit. Der automobile Mannschaftswagen wurde dazu eingesetzt und leistete gute Hilfe. Für das Feuerlöschwesen wurden im Jahre 1916 33.000 Mark aufgebracht. Bei Beendigung des Krieges hatte die Wehr 21 Gefallene und 4 Vermisste zu beklagen. 1920 wurde zur schnelleren Hilfe bei Unglücksfällen ein Krankenkraftwagen zum Preise von 16.000 Mk. beschafft.1922 wurde der Fahrzeugpark durch eine Automobil-Motorspritze und eine Automobil-Drehleiter der Firma Magirus ergänzt. Der 27. Verbandstag des Feuerwehr-Verbandes der Rheinprovinz, der im August 1924 in Bonn durchgeführt wurde, bei dem gleichzeitig die freiw. Feuerwehr ihr 60. Stiftungsfest beging, wurde ein großer Erfolg. Rund 10.000 Feuerwehrleute wurden von der Bonner Bevölkerung herzlich aufgenommen. Aus allen rheinischen Gauen fanden sie sich zu ernsten Beratungen zusammen, aber auch um sich mitzufreuen am 60. Jubelfest der Bonner Feuerwehr. Die Verwaltungsberichte der Jahre 1920 - 1930 lassen erkennen, daß die Wehr alle an sie gestellten Anforderungen gemeistert hat. Der Ausbildungsdienst wurde regelmäßig durchgeführt und war stets gut besucht. Die Statistik weist für diese Jahre im Durchschnitt folgende Zahlen auf: 5 Großbrände, 25 Mittelbrände, 50 Kleinbrände, 80 Schornstein‑ und Ofenrohrbrände, 40 Hilfeleistungen verschiedener Art, 250 Haus- und Straßenunfälle, 2 100 Krankentransporte |
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DAS NEUE JAHRHUNDERT |
