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Am 29. 6. 1863 fand eine Übung der Turner-Feuerwehr auf dem Markt statt. Offenbar ist erst anfangs des Jahres 1863 die Turner-Feuerwehr in die Öffentlichkeit getreten. Darin ist auch der Grund zu finden, daß die freiwillige Feuerwehr dieses Jahr als dasjenige ihrer Gründung ansieht und feiert. In dieser Form bestand die Turner-Feuerwehr bis 1866. Bei zwei größeren Bränden im Jahr 1865 und 1866 stellte sich heraus, daß die ganze Einrichtung des Feuerlöschwesens in Bonn unzulänglich, und daß auch die Turner-Feuerwehr einer Feuersbrunst größerem Umfange, so wacker sie sich auch zeigte, nicht gewachsen war. Ihre Mitgliederzahl war erheblich gesunken, die anfängliche Begeisterung verflogen. 1866 traten ihre Führer mit der städtischen Behörde zwecks Neuordnung des Feuerlöschwesens in Verhandlungen und es gelang ihnen, die Feuerwehr auf breiterer Grundlage neu zu organisieren. Eine größere Anzahl junger Männer wurde gewonnen, welche außerhalb des Turnvereins standen, und so die freiwillige Feuerwehr gegründet. Sie zählte bald 70 Mitglieder. Die erste Satzung wurde am 22. 12. 1866 angenommen. Nach dem städt. Verwaltungsbericht für das Jahr 1867 und einem Bericht des Oberbürgermeisters aus demselben Jahre hat das Feuerlöschwesen der Stadt Bonn eine wesentliche Verbesserung erfahren. Seine Leitung wurde dem Königlichen Baumeister Neumann als Branddirektor übertragen. Die freiwillige Feuerwehr, »aus gebildeten und kräftigen jungen Männern bestehend, ist vollständig equipiert und hält ununterbrochen ihre Übungen ab; sie bedient außer dem Wasserzubringer zwei vorzügliche Spritzen«. Zur Aufbewahrung der städtischen Feuerlöschgeräte wurde das ehemalige Kapitel-Kelterhaus in der Sürst eingerichtet und durch eine Stationslaterne die ganze Nacht erleuchtet. Dort befanden sich eine zweirädrige und drei vierrädrige Spritzen, ein Gerätewagen, ein Hydrophor und eine Anzahl von Leitern, Haken, Schläuchen und Eimern. Der Haushaltsetat weist für das Feuerlöschwesen im Jahre 1867, 620 Thlr. auf. Im Jahre 1868 stellte die Wehr beim 50jährigen Universitäts-Jubiläum die ersten Feuersicherheitswachen. 1869 bewilligte die Stadtverordneten-Versammlung, die Errichtung eines Steigerturmes auf dem Übungsplatz an der Poppelsdorfer Allee. Am Krieg 1870/71 nahm eine große Anzahl von Mitgliedern teil. Die daheim bleiben mußten, betätigten sich eifrig im Liebesdienst um die durchziehenden Truppen oder beim Transport von Verwundeten sowie in der Lazarettpflege. Durch die im Jahre 1874 begonnene Anlage einer Wasserleitung wurde das Feuerlöschwesen der Stadt wesentlich vervollkommnet. Nachdem das Hydrantennetz hergestellt, die Wehr im Besitz der nötigen Standrohre gesetzt war, wurde im Februar 1875 die erste Übung unter Benutzung des Hydrantennetzes abgehalten. 1875 starb der hochverdiente erste Hauptmann Peter Brohl; sein Nachfolger wurde Peter Auweiler, der dieses Amt bis 1882 verwaltete.1877 erließ Oberbürgermeister Doetsch ein »Reglement für das Feuerlöschwesen der Stadt Bonn«. Damit wurde die alte aus dem Jahre 1830 stammende Feuerlöschordnung außer Kraft gesetzt. Am 23. 10. 1880 fand eine Revision der Bonner Feuerwehr durch den Rheinisch-Westfälischen-Feuerwehr-Verband statt. Aus dem Protokoll geht hervor, daß die freiw. Feuerwehr Bonn sich durchweg die Anerkennung der Revisoren erworben habe. »Die Stadt Bonn«, heißt es am Schluß, »darf mit Stolz auf ihre Feuerwehr blicken«. Einsätze verschiedener Art brachten der Wehr durch rasches und wirkungsvolles Eingreifen weitere Anerkennung. Am 19. 9. 1882 wurde der Stadtverordnete Ingenieur Gregor zum Hauptmann gewählt, legte aber bereits am 13. 1. 1883 sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde der Spritzenführer August Feldmann. Vom 1. 3. 1883 an übernahm die freiwillige Feuerwehr auch die ständige Nachtwache im Rathaus. Im Mai desselben Jahres wurde das Rheinisch-Westfälische FeuerwehrVerbandsfest in Bonn abgehalten, an dem über 5.000 Feuerwehrleute teilnahmen.Die Freiwillige Feuerwehr erhielt einen 2-spännigen Mannschaftswagen für 22 Mark.In der Generalversammlung der Wehr am 10. Juni 1883 wurde der Kaufmann Jean Leander zum Oberst der Feuerwehr gewählt, mußte aber bereits zwei Jahre später aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niederlegen. Eine bedeutende Verbesserung bildete die Einrichtung des Feuertelegraphennetzes mit zahlreichen Feuermelde- und Alarmstellen, für welche die Stadtverordneten-Versammlung 5.600 Mk. bewilligte. |
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DIE GRÜNDUNG |

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Am 23. März 1888 entstand in den Hintergebäuden des Hotels zum Stern ein Brand, der auf die Minoritenkirche übersprang und deren Dachstuhl mit dem Dachreiter vernichtete. Nach dem städtischen Verwaltungsbericht »gelang es der ausdauernden Anstrengung und dem sachverständigen Eingreifen der Feuerwehr, die gefahrdrohende Weiterverbreitung des Feuers zu verhüten«. Die Errichtung einer Kaserne, in welcher eine Anzahl von Angehörigen der freiwilligen Feuerwehr mit ihren Familien Wohnung finden sollte, um dadurch eine erhöhte Bereitschaft wenigstens eines Teils der Wehr zu gewährleisten, wurde verfolgt. Als Bauplatz sollte ein städt. Grundstück in der Maxstraße dienen. Trotzdem die Stadtverordneten-Versammlung am 27. 11. 1891 diesen Bau der Kaserne beschloß, wurde der Beschluß am 8. 3. 1895 wieder aufgehoben. Am 1. 7. 1897 legte der Hauptmann der Wehr, August Feldmann, wegen anhaltender Krankheit sein Amt nieder. Als sein Nachfolger wurde Josef Gemünd gewählt. Am März 1898 wurde der Feuerwehrbezirksverband Bonn, mit 25 Wehren und rund 1.000 Mitgliedern ins Leben gerufen, Hauptmann Gemünd wurde zum Vorsitzenden gewählt.
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